31. FRU-Förderpreis für Raum- und Umweltforschung 2022

Der Förderkreis für Raum- und Umweltforschung e. V. (FRU) schreibt den FRU-Förderpreis für Raum- und Umweltforschung 2022 aus. Die Ausschreibung befasst sich mit den Auswirkungen und Herausforderungen der Digitalisierung für die Raumentwicklung. Das Wettbewerbsthema lautet:

Künftig alles SMART? Herausforderungen der Digitalisierung für die Raumentwicklung

HINTERGRUND und THEMA

Die Diskussion über die Digitalisierung und ihre Auswirkungen war und ist von hoher
gesellschaftlicher und politischer Bedeutung. Von einigen als unumkehrbarer Megatrend auch durchaus kritisch betrachtet, wird sie von anderen als Grundlage zukünftiger Wertschöpfung und eines entsprechenden Strukturwandels sowie als Lösung vielfältiger Probleme gesehen. Neue Mobilitätsformen und die Verkehrswende, neuartige Arbeits- und Kommunikationsweisen, die Energiewende, der Wandel in der Güterproduktion und Logistik (u.a. Kreislaufwirtschaft) sowie aktuelle Vermarktungsstrategien basieren auf digitalen Produkten und Informationstechnologien.

Digitale Transformation verändert Räume, und auch im Planungs- und Verwaltungshandeln wird die Digitalisierung wirksam. Im Zuge dieser weitreichenden sozio-technischen Umgestaltung hin zu einer (digitalen) Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft eröffnen sich zahlreiche Chancen, doch es ergeben sich auch Herausforderungen und Risiken. Home-Schooling, Arbeit im Homeoffice oder Onlinehandel zeigen exemplarisch, dass die Digitalisierung grundlegende Kategorien wie Raum und Zeit betrifft. Raum-zeitliche Strukturen werden flexibilisiert und teilweise sogar aufgehoben. Zudem gibt es auch soziale Auswirkungen auf Arbeitsteilung und Geschlechterverhältnisse oder das („gefühlte“) Abgehängtsein von Regionen und unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten oder Gruppen. Ökologisch sind sowohl Effizienzsteigerungen als auch Rebound-Effekte denk- und erwartbar.

Die konkreten räumlichen Veränderungen und Dynamiken werden sehr unterschiedlich ausfallen und immer auch durch variierende digitale Kompetenzen sowie Zugangs- und Teilhabechancen im Privaten und Beruflichen geprägt sein. Die Auswirkungen auf Infrastrukturen, Netzwerke und konkrete Orte, deren planerische Gestaltung, neue Formen der Partizipation und Co-Kreation, aber auch die gesellschaftspolitischen und ökologischen Entwicklungen sind bislang noch nicht klar abzuschätzen.

Der Netz- und Breitbandausbau stellt die Grundlage des künftigen Zugangs zu Bildung, Arbeit, Dienstleistungen und Gütern dar. Aktuell verläuft der Ausbau der Infrastruktur in zeitlichen Schüben und räumlich sehr unterschiedlich (national wie international), meist auf der Grundlage ökonomischer Kalkulationen. Dies bringt die Verschärfung ohnehin bestehender räumlicher Ungleichheiten mit sich. Die Unterschiedlichkeit der Ausgangslagen kann auch an den verschiedenen Überschriften, unter denen Digitalisierung derzeit diskutiert wird, verdeutlicht werden: Während die Debatte um Digitalisierung im urbanen Kontext meist unter dem Label Smart City geführt wird, stehen im Kontext der ländlichen Räume die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse, Digital Divide und die räumliche Benachteiligung im Mittelpunkt. Ländliche und verdichtete Räume sind von den Digitalisierungsprozessen in unterschiedlicher Form betroffen und unterliegen spezifischen Pfadabhängigkeiten.

Durch die Corona-Pandemie hat die Dynamik der Digitalisierung ungeahnt schnell Fahrt
aufgenommen, sodass sich vorpandemische Zeithorizonte rasant verändert haben und gleichzeitig Umsetzungsdefizite erkennbar wurden und werden.

LEITFRAGEN

Die Digitalisierung hat weitreichende, jedoch noch nicht gänzlich abzusehende Auswirkungen auf Räume und deren gesellschaftliche und wirtschaftliche Funktionen und Nutzungen. Für den FRU-Förderpreis 2022 ist dabei der Referenzrahmen eine nachhaltige, sozial inklusive und räumlich nachhaltige Entwicklung, auch beim (inter)nationalen Vergleich.

Vor diesem Hintergrund ruft der FRU dazu auf, sich für den Förderpreis für Raum- und Umweltforschung 2022 mit dem Thema „Künftig alles SMART? Herausforderungen der Digitalisierung für die Raumentwicklung“ auseinanderzusetzen. Auf folgende Fragen könnten aus Sicht der Stadt-, Raum- und Umweltplanung Antworten gefunden werden:

  • Welche raumwirksamen ökonomischen, sozialen und ökologischen Effekte zeichnen sich im Zusammenhang mit der Digitalisierung ab, und wie lassen sich diese steuernd beeinflussen?
  • Welche Herausforderungen ergeben sich aus der Digitalisierung im Hinblick auf soziale und räumliche Gerechtigkeit?
  • Wie können Raumplanung und Raumentwicklung Strategien und Ziele der Digitalisierung berücksichtigen? Sind deren Potenziale, Herausforderungen und Risiken vorausschauend erkennbar und welche Handlungsfelder ergeben sich daraus für die Raumplanung und Raumentwicklung?
  • Was ist die Rolle planerischer Institutionen (Stadt-, Regional- und Landesplanung sowie Fachplanungen) und „neuer“ Akteursgruppen hinsichtlich der Gestaltung räumlicher Entwicklungsprozesse im digitalen Zeitalter?
  • Wie verändern sich Planungs-, Entwicklungs- und Transformationsprozesse durch die Digitalisierung, wie werden Formate der Information, Partizipation und Kooperation beeinflusst, welche Chancen und Risiken birgt die Digitalisierung diesbezüglich, und wie kann auf diese reagiert werden?
  • Wie verändern neue Anforderungen an Daten, Georeferenzierung, Big Data, Citizen Sciences und Künstliche Intelligenz das Berufsfeld der Stadt-, Raum- und Umweltplanung?
  • Inwieweit eignen sich raum- und planungswissenschaftliche Theorien, Ansätze und Instrumente zum Verstehen und Steuern dieser Phänomene bzw. bedürfen sie einer Weiterentwicklung?

Die aufgeworfenen Fragen sollen als Anregung und Inspiration dienen. Themen der Wettbewerbsbeiträge können einzelne Fragestellungen mit Bezug zu diesen inhaltlichen Zusammenhängen sein, ebenso aber auch weitere Aspekte des Themenfelds „Herausforderungen der Digitalisierung für die Raumentwicklung“.

ERWARTUNGEN AN DIE WETTBEWERBSBEITRÄGE

Der Wettbewerb richtet sich an Nachwuchswissenschaftler:innen (Master-, Promotions- oder Post Doc-Phase) und ebenso an Personen, die sich in ihrer beruflichen Praxis in Verwaltung, Planungsbüros etc. mit Fragen der Stadt-, Raum- und Umweltentwicklung beschäftigen. Er ist offen für alle raum- und umweltrelevanten Disziplinen. Wissenschaftlich ausgerichtete Beiträge mit eher theoretischem Ansatz sind ebenso willkommen wie analytische Arbeiten oder reflektierte Erfahrungsberichte aus der Praxis mit wissenschaftlicher Fundierung.

Interessierte können gerne zunächst beim Förderkreis anfragen, ob sich ein vorgesehenes Thema für den Wettbewerb eignet. Neben eigens für den FRU-Förderpreis für Raum- und Umweltforschung 2022 erstellten Beiträgen können auch solche Arbeiten eingereicht werden, die auf umfassenderen, bereits vorliegenden oder in Arbeit befindlichen Studien-, Projekt- oder Abschlussarbeiten sowie Dissertationen beruhen. Ebenso sind auch Berichte und Auseinandersetzungen mit Praxiserfahrungen im genannten Themenfeld willkommen.

PREISE UND PREISVERLEIHUNG

Der FRU-Förderpreis für Raum- und Umweltforschung 2022 wird mit Unterstützung der Christel & Klaus Wolf-Stiftung ausgelobt und ist mit insgesamt 6.000 € dotiert. Vorgesehen ist die Vergabe eines ersten Preises (2.500 €), eines zweiten Preises (2.000 €) und eines dritten Preises (1.500 €). Auf Vorschlag der Jury kann eine Reduzierung der Zahl der Preise oder eine andere Aufteilung der Preissumme erfolgen. Sonderpreise sind möglich, um außergewöhnliche Beiträge anzuerkennen.

Die Preise werden im Rahmen einer ARL-Veranstaltung überreicht. Die Verfasser:innen des mit dem ersten Preis ausgezeichneten Wettbewerbsbeitrags erhalten Gelegenheit, die Arbeit vorzustellen.

TEILNAHMEBEDINGUNGEN

Teilnehmen können Studierende, Absolvent:innen sowie Mitarbeiter:innen in Lehre, Forschung und Praxis aller relevanten Fachbereiche. Das Höchstalter beträgt 35 Jahre (Stichtag: 30. September 2022). Zugelassen sind auch Arbeiten von Teams aus bis zu drei Autor:innen.

Höchstalter:    35 Jahre

Abgabefrist:    30.09.2022

Die eingereichten Arbeiten sind in englischer oder deutscher Sprache abzufassen und dürfen noch nicht an anderer Stelle veröffentlicht oder zur Veröffentlichung angeboten worden sein. Die Arbeiten müssen bis zum 30. September 2022 (Datum des Poststempels) bei der Geschäftsstelle des Förderkreises per Post oder eMail eingereicht werden. Beizufügen ist ein ausgefüllter Bewerbungsbogen hier herunterzuladen (oder bei der Geschäftsstelle des FRU erhältlich). Bei größeren Dateien ist es ausreichend, sofern Sie über einen Speicher in einer Cloud verfügen, uns einen Download-Link zu senden. Die Arbeiten dürfen keinen Hinweis auf die Verfasser:in enthalten. Pro Bewerber:in kann nur eine Arbeit eingereicht werden. Über die Preisvergabe entscheidet eine unabhängige Jury, deren Mitglieder vom FRU bestimmt werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Der FRU lädt die Preisträger:innen zur Teilnahme an einer ARL-Veranstaltung ein. Er erstattet die Reisekosten nach dem Bundesreisekostengesetz.

Die Preisträger:innen stimmen mit der Annahme des Preises der Veröffentlichung ihrer eingereichten Arbeiten oder von Teilen daraus durch den FRU bzw. die ARL zu, sofern in deren Publikationen eine Veröffentlichung erfolgt.

Die Arbeiten sind einzureichen an folgende Adresse:

Förderkreis für Raum- und Umweltforschung e. V.
Geschäftsstelle
Förderpreis für Raum- und Umweltforschung 2022
ARL
Vahrenwalder Str. 247
30179 Hannover

E-Mail: foerderpreis@fru-online.de

Auskünfte erteilen:

Prof. Dr. Susan Grotefels, Vorstand des FRU
Zentralinstitut für Raumplanung an der Universität Münster
E-Mail: grotefe@uni-muenster.de

Prof. Dr. Jörg Knieling, Vorstand des FRU
HafenCity Universität Hamburg
E-Mail: joerg.knieling@hcu-hamburg.de

                                                                                               Mit Unterstützung der
                                                                                               Christel & Klaus Wolf-Stiftung

Mentoring-Programme von ARL und FRU

Mentoring-Jahrgang 2022

Neuer Mentoring-Jahrgang des FRU im April 2022 gestartet

Das Mentoring-Programm ist am 20. April 2022 mit dem Auftakttreffen des neuen Jahrgangs gestartet. Es wird ab diesem Jahrgang selbstständig vom Förderkreis für Raum- und Umweltforschung (FRU) durchgeführt. Das Auswahlgremium, bestehend aus Susan Grotefels, Martha Pohl, Ulrike Weiland und Jörg Knieling aus dem Vorstand des FRU, wählte aus insgesamt 20 Bewerberinnen sechs Mentees aus, von denen drei wissenschaftlich und drei eher praxisorientiert arbeiten.

Das Auftakttreffen wurde von Dr. Martha Pohl vom FRU-Vorstand und Dr. Martin Sondermann von der Geschäftsstelle der ARL moderiert. Etwa die Hälfte der Teilnehmerinnen kam zum hybrid veranstalteten Auftakttreffen in die Geschäftsstelle der ARL, die andere Hälfte nahm online teil. Und auch wenn persönliche Treffen im Rahmen eines Mentoring-Programms vorzuziehen sind, hat die Kommunikation auch hybrid gut funktioniert und einigen Mitwirkenden die Teilnahme erleichtert.

Als Mentorinnen konnten einige Mentoring-Programm erfahrene Frauen aus der ARL, aber auch zwei in diesem Kreis neue Frauen gewonnen werden. Dies ist angesichts der Herausforderung, die Tandems möglichst fachlich und auch regional passend zusammenzustellen, sehr erfreulich. Folgende Tandems wurden gebildet:

MenteeMentorin
Daniela Briegel
Obere Landesplanungsbehörde Rheinland-Pfalz
Dr. Jana Bovet
Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft, Dresden
Anna Fischer
TU Kaiserslautern
Dr. Astrid Könönen
Ramboll Management Consulting, Hamburg
Lea Fobel
Universität Leipzig
Dr. Babette Scurrell
Neuland gewinnen e.V., Schlemmin
Nora Schraad
NWP Planungsgesellschaft, Oldenburg
Dipl.-Ing. Simone Raskob
Stadt Essen, Beigeordnete
Marcella Sobisch
BBSR, Bonn
Tana Petzinger
Regionalverband Ruhr, Essen
Alina Steilen
Planungsbüro ISU, Bitburg
Andrea Hartz
agl Hartz.Saad.Wendl Landschafts-, Stadt- und Raumplanung,
Saarbrücken

Nach einer Vorstellungsrunde der Tandem-Partnerinnen und einer kurzen Präsentation der Ziele und Komponenten des Programms durch Martha Pohl ging es im Hauptteil der Sitzung um die Präsentation der Projektideen der Mentees, die sie im Rahmen des Mentoring-Programms umsetzen wollen. Dabei zeigte sich erneut eine erfreuliche Bandbreite an Themen und Arbeitsfeldern, von der kommunalen Bauleitplanung über Regional- und Landesplanung bis zu fachspezifischen Fragestellungen zum ländlichen Raum.

Daniela Briegel hat Geographie in Augsburg sowie Stadt- und Regionalentwicklung in Kaiserslautern studiert. Sie arbeitet bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (Obere Landeplanungsbehörde) Rheinland-Pfalz, und verfolgt weiterhin ihre Dissertation zum Thema „Ansätze zur Verknüpfung formeller und informeller Instrumente der Raumordnung im Sinne des §14 ROG – zum Nutzen und seiner Inwertsetzung“. Ihre Projektplanung im Rahmen des Mentorings zielt auf einen Aufsatz, der sich unabhängig vom Promotionsvorhaben mit quantifizierten Vorgaben zur Reduzierung der Flächenneuinanspruchnahme in Raumordnungsplänen gem. §2 Abs. 2 Nr. 6 ROG am Beispiel des Landes Rheinland-Pfalz beschäftigen wird. Hintergrund sind Schwellenwerte zur weiteren Wohnbauflächenentwicklung, die im Landesentwicklungsprogramm (LEP) Rheinland-Pfalz bzw. in den rheinland-pfälzischen Regionalplänen für die Ebene der vorbereitenden Bauleitplanung festgelegt sind. Zielsetzung ist es, den Beitrag dieser Schwellenwerte zur Reduzierung der Flächenneuinanspruchnahme aufzuzeigen, ihre (rechtlichen) Grenzen bei der Steuerung der weiteren Wohnbauflächenentwicklung zu beleuchten sowie Empfehlungen zu deren Ausgestaltung zu formulieren. In der Diskussion wurde der § 13b BauGB (Einbeziehung von Außenbereichsflächen in das beschleunigte Verfahren) angesprochen.

Anna Fischer hat Geographie und Stadt- und Regionalentwicklung studiert und promoviert zum Thema „Postwachstum in der Landwirtschaft“ an der TU Kaiserslautern. Für die Ausgestaltung ihrer Projektidee möchte sie ihre Forschungserkenntnisse nutzen und der Frage nachgehen, wie Informationen über Konzepte ausgewählter Initiativen, Unternehmen oder über eine konkrete praktizierende Initiative zu ‚Postwachstum in der Landwirtschaft‘ in die Öffentlichkeit oder die Raumplanungspraxis getragen werden können. Der Kerngedanke, das Thema bekannter zu machen, rührt aus ihrer Mitgliedschaft in der AG „Alternatives Wirtschaften – Abkehr von der Wachstumsgesellschaft“ der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland der ARL, in der Anfang April 2022 im Austausch mit Professor*innen der Cusanus Hochschule Koblenz diskutiert wurde, wie die Bedeutsamkeit alternativer Wirtschafts- und Planungspraktiken stärker publik gemacht werden könne. Zur Umsetzung ihrer Projektidee haben Anna Fischer und ihre Mentorin an die Erstellung eines Videos oder einer interaktiven PDF-Datei gedacht, um wesentliche Informationen zum Thema grafisch ansprechend und kurz über Visualisierung und sprachliche Darstellung zu verdeutlichen. In der Erörterung ihres Vorschlags wurde zum einen angesprochen, wen sie mit ihrer Arbeit adressieren möchte, und zum anderen, ob der Schwerpunkt eher in der Analyse oder in der Entwicklung einer Kommunikationsstrategie liegen sollte.

Lea Fobel hat zwei Masterabschlüsse in Soziologie (Universität Köln) und Demographie (University of Groningen) und arbeitet jetzt als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Leipzig. Ihr weit fortgeschrittenes Promotionsvorhaben mit dem Titel „Gesellschaftliche Teilhabe und kulturelle Bildung in ländlichen Räumen“ ist eingebettet in das BMBF Metavorhaben zur Förderrichtlinie „Kulturelle Bildung in ländlichen Räumen“. Ihre Projektidee ist daraus abgeleitet: Sie möchte einen Förderantrag zur Finanzierung von Praxisprojekten vor Ort und außerhalb des universitären Kontextes erstellen. Zielsetzung soll die Stärkung von regionaler Kooperation, Empowerment und Vernetzung sein, wozu eine enge Abstimmung mit Akteuren vor Ort angestrebt wird. In der anschließenden Diskussion wurde erörtert, welche Fördermöglichkeiten, ggf. aus Stiftungen, für eine solche Antragstellung infrage kommen.

Nora Schraad hat ihren Master in Geographie in Bonn abgeschlossen und arbeitet zurzeit als Bauleitplanerin bei der NWP Planungsgesellschaft mbH in Oldenburg. Im Mentoring-Projekt will sie sich mit den Themen Klimaschutz und Energie in der Bauleitplanung bzw. mit der Frage beschäftigen, welche Bedeutung diese Belange in der verbindlichen Bauleitplanung in kleinen und mittleren Kommunen in Niedersachsen einnehmen und wie sich die Anwendungspraxis der Festsetzungsmöglichkeiten des Baugesetzbuches dort darstellt. In der Diskussion wurden eine Fokussierung z. B. hinsichtlich Gemeindegröße und Siedlungsstrukturtyp und eine qualitative Fallstudie anstelle einer Umfrage empfohlen. Eine Veröffentlichung wäre beispielsweise in den Zeitschriften „RaumPlanung“ oder „Gemeinderat“ denkbar.

Marcella Sobisch hat ebenfalls Geographie studiert und einen internationalen Doppelmaster (Universität Köln und University of Mexiko) in Naturressourcenmanagement und Umweltwissenschaften abgeschlossen. Seit fast zwei Jahren arbeitet sie im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Programm „Region gestalten“, das auf die Entwicklung ländlicher Räume in Deutschland ausgerichtet ist. Im Sommer wechselt sie zu Engagement Global, um Kommunen im In- und Ausland bei Partnerschaften zum Thema Klima zu beraten. Fachlich interessiert sie sich für Postwachstum, Transformation, Klimaschutz und -anpassung. Ihr Projekt wird sich auf Handlungsmöglichkeiten von Regionen und/oder Kommunen zu diesen Themenfeldern beziehen.

Alina Steilen hat angewandte Geographie mit dem Schwerpunkt räumliche Planung und Entwicklung in Trier sowie Stadt- und Regionalentwicklung in Kaiserslautern studiert. Sie ist als Projektleitung im Bereich Bauleitplanung im Planungsbüro ISU (Immissionsschutz, Städtebau und Umweltplanung) in Bitburg tätig. und möchte das Mentoring-Programm für die Auseinandersetzung mit den eigenen beruflichen Zielen und möglichen Laufbahnen nutzen. Im Rahmen des Mentoring-Programms sollen darüber hinaus die Möglichkeiten zur Integration wissenschaftlicher Komponenten in die Berufspraxis ausgelotet und mit der Mentorin besprochen werden. Ein Ergebnis ihrer Überlegungen könnte die Planung eines Berufsforums für Uni-Absolvent*innen an der TU Kaiserlautern sein. Ulrike Weiland (Vorsitzende des FRU) schlägt vor, die verschiedenen Überlegungen für zukünftige Mentoring-Jahrgänge strukturiert zu verschriftlichen.

In der anschließenden Aussprache wurden die Mentees ermuntert, bei Bedarf immer auf die Mentorinnen zuzugehen und die gewünschte Unterstützung einzufordern. Dazu hätten letztere sich ja bewusst bereit erklärt und bei zu großer Belastung läge es an Ihnen, dies zu äußern. Es wird zudem angeraten, dass sich die Tandems ab und zu persönlich treffen. Für die Übernahme der Reisekosten kommt der FRU auf.

Außerdem empfahlen Martha Pohl und Martin Sondermann eine Reihe niedrigschwelliger Zugänge zur ARL, wie das Abonnieren des ARL-Newsletters oder die Aktivitäten des Forum Nachwuchs. Herr Sondermann sowie die Mentorinnen werden zudem bei Interesse mit den Landesarbeitsgemeinschaften (LAG) in Verbindung treten, um für die Mentees einen Gaststatus zu erwirken. Aus diesem heraus könnten sich bspw. Mitgliedschaften in den Landesarbeitsgemeinschaften entwickeln.

Weil die gemeinsamen Treffen aller Tandems nur einmal im Jahr stattfinden, wurde für die unterjährige Kommunikation der Mentees untereinander ein Online-Jour-fixe empfohlen, dessen Häufigkeit die Mentees nach Bedarf selbst festlegen können, ebenso, wer die Initiative ergreift. Dabei könnte auch ein themenspezifischer Austausch, z. B. zu Beruf und Familie, initiiert werden.

Der FRU-Vorstand und die ARL wünschen den Mentees viel Erfolg und danken insbesondere den Mentorinnen für ihr Engagement!

Der FRU dankt überdies der Christel und Klaus Wolf-Stiftung. Nur dank der großzügigen Spende der Stiftung kann der FRU das Mentoring und andere Förderaktivitäten für den raumwissenschaftlichen Nach-wuchs anbieten und ausweiten.

Dr. Martha Pohl, Dipl.-Ing. Raumplanung
Kontakt über: mentoring.jg22@fru-online.de