Mentoring

Neues zum Mentoring in 2021 und 2022

Das gemeinsame Mentoring-Programm für junge Nachwuchskräfte in Wissenschaft und Praxis der Raum- und Umweltplanung, das bisher von der ARL und dem Förderkreis für Raum- und Umweltforschung (FRU) in Kooperation mit der HafenCity Universität Hamburg (HCU) durchgeführt wurde, wird infolge der Neustrukturierung der Nachwuchsförderung der ARL ab 2022 vom FRU weitergeführt.

Dass das Mentoring-Programm für junge Wissenschaftlerinnen und Praktikerinnen sinnvoll und notwendig ist, ist die feste Überzeugung des FRU-Vorstands, auch die Evaluation der Mentoring-Programme durch Prof. Dr. Philipp Pohlenz von der Universität Magdeburg hat das bestätigt. Es wird daher mit geringen Modifikationen fortgeführt. Über die mittelfristige Ausgestaltung des Programms wird auf Basis zukünftiger Entwicklungen und Erfahrungen zu entscheiden sein.

Laufende Jahrgänge

Aktuell laufen zwei Mentoring-Jahrgänge. Das Programm, das eigentlich mehrere Treffen der Mentees mit den Mentorinnen und Mentoren in Hannover vorsieht, musste pandemiebedingt seit 2020 auf virtuelle Treffen ausweichen. Eine positive Erfahrung daraus ist, dass die Kommunikation auch virtuell gut klappt und die Teilnahme aufgrund des eingesparten Reiseaufwands deutlich erleichtert wurde.

Der 2019 gestartete Jahrgang konnte sein Auftakttreffen Ende 2019 noch als Präsenzveranstaltung in Hannover realisieren. Im November 2020 folgte ein gemeinsames virtuelles Fortbildungsseminar und im Frühjahr 2021 das Halbzeittreffen, das ebenfalls virtuell durchgeführt wurde (siehe hierzu auch den Bericht über das Halbzeittreffen in den Nachrichten der ARL 1/ 2021, S. 69-70). Entsprechend dem seit 2015 eingeführten Modus, jährlich alternierend Mentoring-Jahrgänge nur für Frauen bzw. für Frauen und Männer anzubieten, umfasst der Jahrgang 2019 die folgenden sieben weiblichen und männlichen Tandems. Die Mentees werden dabei zuerst genannt:

  • Jessica Baier (Gehrden) und Prof. Dr. Susanne Frank(Fakultät Raumplanung, Technische Universität Dortmund)
  • Lisa Barthels (Leipzig) und Dr. Anna-Lisa Müller (Geographisches Institut, Universität Heidelberg)
  • Henning Boeth (Berlin) und Dr. Ralph Baumheier (Senatskanzlei Bremen)
  • Vera Buttmann (Berlin) und Prof. Dr. Susan Grotefels (Zentralinstitut für Raumplanung an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster)
  • Nadine Kießling (Ravensburg) und Dr. Barbara Malburg-Graf (Plan N – Prozessbegleitung in Planung und nachhaltiger Raumentwicklung)
  • Nina Wahrhusen (Kaiserslautern) und Dipl.-Geogr. Vera Müller (Bezirksregierung Köln)
  • Erik Wilde (Malschwitz) und Prof. Dr. Peter Dehne (Hochschule Neubrandenburg)

Der Abschluss dieses Jahrgangs ist für das Frühjahr 2022 vorgesehen.

Der jüngere Jahrgang 2020 startete coronabedingt erst Anfang 2021 ebenfalls virtuell mit den folgenden fünf weiblichen Tandems:

  • Yane Marie Conradi (Hofheim) und Prof. Dr. Christina von Haaren (Institut für Umweltplanung, Leibniz Universität Hannover)
  • Anne Epping (Bad Sassendorf) und Prof. Dr. Ulrike Grabski-Kieron (Institut für Geographie, Westfälische Wilhelms-Universität Münster)
  • Birthe Fischer (Lörrach) und Prof. Dr. Bettina Oppermann (Institut für Freiraumentwicklung, Leibniz Universität Hannover)
  • Laura Mark (Düsseldorf) und Dr. Martina Hülz (Wissenschaftliche Leitung des Referats „Wirtschaft und Mobilität“ in der ARL, Hannover)
  • Charlotte Muhl (Hamburg) und Prof. Dr. Ingrid Breckner (Stadt- und Regionalsoziologie, HafenCity Universität Hamburg)

Neben der Vorstellung von Mentorinnen und Mentees sowie deren ersten Projektideen diente das Auftakttreffen dazu, Ziele und Ablauf des Mentoring-Programms zu erläutern. Die Motivation der Mentees zur Teilnahme erwies sich als vielfältig. Neben den eher klassischen Themen wie Beratung hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Verbesserung des eigenen Konflikt- und Organisationsmanagements und Erweiterung sozialer Kompetenzen wurde auch die Suche nach einer Position zwischen Wissenschaft und Praxis angesprochen. Durch den hier ermöglichten Austausch sahen einige Teilnehmerinnen in dem Programm eine für die Raumwissenschaften einzigartige Chance, interdisziplinäre Berufsfelder besser sondieren zu können und Unsicherheiten bei der Entscheidung zwischen akademischer und praxisorientierter Karriereplanung abzubauen. Auch die Begleitung in die Selbständigkeit neben der wissenschaftlichen Qualifizierung wurde von einer Teilnehmerin als wichtiger Impuls angesprochen.

Erstmals gab es auch ein vorbereitendes Video-Meeting für die Mentorinnen, in dem sich die neuen Mentorinnen über die Details des Programms informieren und mit erfahrenen Mentorinnen austauschen konnten.

Das von FRU und ARL finanzierte Fortbildungsseminar für die Mentees mit einer erfahrenen Coachin zu fachübergreifenden Softskills fand jetzt wieder als Präsenzveranstaltung im Oktober 2021 in Hannover statt.

Für den neuen Jahrgang, der 2022 startet, endete die Ausschreibung zum 15. November 2021. Da dieser Jahrgang vom FRU allein organisiert und betreut werden wird, hat der FRU-Vorstand beschlossen, wie in früheren Jahren nurmehr fünf Plätze für Frauen auszuschreiben.

Mit der Beschränkung der Ausschreibung auf weibliche Nachwuchskräfte kehrt der FRU zu den Ursprüngen des Programms zurück, dessen Anliegen vorwiegend die Erhöhung der Chancengleichheit für Frauen auf ihrem Karriereweg in den Raum- und Umweltwissenschaften sowie ‑planung war. Hierfür wird nach wie vor ein Bedarf gesehen, was sich unter anderem darin zeigt, dass die jungen Frauen sich Themen wie „Beruf und Familie“, „Konfliktmanagement“ und „soziale Kompetenzen“ sehr häufig für das gemeinsame Fortbildungsseminar wünschen. Das FRU-Mentoring bietet hier jungen Frauen in entscheidenden Phasen ihrer Lebens- und Karriereplanung wichtige Unterstützungs- und Beratungsleistungen.

Ein weiterer Grund für die Begrenzung auf fünf Mentoring-Tandems ist, dass es oft schwierig war, passende Mentorinnen zu finden, obwohl es inzwischen einen Pool an engagierten hochqualifizierten Mentorinnen gibt. Dennoch ist der Anspruch des Programms, dass die Tandems hinsichtlich ihrer jeweiligen fachlichen Schwerpunkte und möglichst auch regional gut zusammenpassen, nicht immer problemlos einlösbar.

Die Streuung der fachlichen Ausrichtung der Teilnehmenden ist bei allen Jahrgängen erfreulich breit und spiegelt das gesamte Spektrum der Raum- und Umweltplanung in Wissenschaft und Praxis wider, von der Bauleitplanung über die regionale Ebene bis zu Partizipations- und Moderationskonzepten für die Öffentlichkeitsbeteiligung. Die von den Mentees selbst auszuwählenden und zu finanzierenden Fortbildungskurse zeigen ebenfalls eine große Bandbreite an Themen. So können beispielsweise auch Angebote planungsbezogener Berufsverbände gebucht werden.

Gut die Hälfte der Mentees will promovieren oder ist mit der Dissertation bereits weit fortgeschritten. Die Projekte, die eine der Teilnahmeanforderungen darstellen und im Rahmen des Mentorings bearbeitet werden, sind häufig Zeitschriftenaufsätze, die z. B. aus der Dissertation entwickelt werden, oder Aufsätze in Sammelbänden. Mentees aus der Planungspraxis bearbeiten meist ein Projekt aus ihrer aktuellen Berufstätigkeit.

Aufgrund der langjährigen Erfahrung mit dem Mentoring, der nach wie vor großzügigen finanziellen Unterstützung seitens der Christel und Klaus Wolf-Stiftung und angesichts der Tatsache, dass sich alljährlich deutlich mehr junge Menschen um einen Platz im Mentoring beworben haben, als wir aufnehmen konnten, sind wir zuversichtlich, dass wir das Mentoring auch in Zukunft erfolgreich durchführen können.

Wir danken herzlich allen bisherigen Mentorinnen und Mentoren und freuen uns sehr darüber, wenn auch in Zukunft genügend Fachleute aus dem ARL- und FRU-Netzwerk dazu bereit sind, ein Mentorat zu übernehmen!

Dr. Martha Pohl

FRU – Förderkreis für Raum- und Umweltforschung e.  V.

FRU@ARL-net.de

Für Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Von 2005 bis 2020 schrieb der Förderkreis für Raum- und Umweltforschung e.V. (FRU) Mentoring-Programme für Nachwuchskräfte in Wissenschaft und Praxis der Raum- und Umweltplanung in Kooperation mit der Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft (ARL) und der HafenCity Universität Hamburg (HCU) aus.
Ab 2022 führt der FRU dieses Mentoring in alleiniger Verantwortung durch.
Ziel des Programms ist es, junge Frauen beim Start in das Berufsleben und bei der weiteren beruflichen Entwicklung zu unterstützen. Insbesondere soll das Mentoring qualifizierten Nachwuchskräften in Raum- und Umweltplanung fachliche und soziale Kompetenzen vermitteln, um in leitende Positionen aufsteigen zu können. Hierbei geht es beispielsweise um Entscheidungsfähigkeit, Innovationsfreudigkeit, Belastbarkeit und Beharrlichkeit. Schließlich kann durch das Programm auch die personale Kompetenz verbessert werden, indem die Teilnehmerinnen beispielsweise ihr Selbstmanagement und ihre Eigenverantwortung stärken.

Die Mentorinnen und Mentoren unterstützen ihre Mentees auch durch Einblicke in ihr Berufsleben und durch Kontaktvermittlung. Zu jedem Mentoringprogramm gehört die Teilnahme der Mentees an zwei Qualifikationskursen, von denen einer durch den FRU finanziert wird. Die Mentoring-Programme erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Nachfrage nach Mentoringplätzen ist regelmäßig höher als das Angebot. Seit 2005 konnten rund 80 Mentees gefördert werden. Wer sich für die Mentoring-Programme interessiert, findet auch hier nähere Informationen.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Mentorinnen und Mentoren, die durch ihr ehrenamtliches Engagement die Durchführung der Programme erst ermöglichen!

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