30. FRU-Förderpreis für Raum- und Umweltforschung 2021


–Internationale Ausschreibung –
Der Förderkreis für Raum- und Umweltforschung e. V. (FRU) schreibt den FRU-Förderpreis für Raum- und Umweltforschung 2021 aus. Die Ausschreibung befasst sich dieses Mal mit den Auswirkungen der Pandemie auf die räumliche Entwicklung. Das Wettbewerbsthema lautet:

Raumentwicklung zwischen Unsicherheit und Resilienz
im Zeichen der Covid-19-Pandemie

Mit Blick auf die aktuellen und künftigen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie müssen zahlreiche Aspekte der Raumentwicklung neu betrachtet werden: Soziale und sozialräumliche Ungleichheiten verschärfen sich, Gesundheitsschutz wird politisch höher gewichtet als andere Belange. Durch Homeoffice und Telearbeit, „Physical Distancing“, „Lockdowns“ oder Grenzschließungen haben sich in vielen Branchen die Wirtschafts- und Arbeitswelt sowie das räumliche Mobilitätsverhalten grundlegend gewandelt. Virtuelle Kommunikation hat wesentlich an Bedeutung gewonnen. Daneben gibt es verschärft gesellschaftliche und wirtschaftliche Konflikte, die sich auch räumlich auswirken können. Ein wesentlicher Fokus liegt dabei auf Fragen des Umgangs mit den schwer fassbaren Entwicklungen im Rahmen einer Pandemie. Zugleich gewinnt die Resilienz von Räumen auf allen Maßstabsebenen an Bedeutung, wobei es Forschungsdefizite hinsichtlich möglicher Strategien und Maßnahmen sowie deren Wirkungen gibt.

Außerdem bleiben die ökologischen Herausforderungen weiterhin wichtig, Umwelt-, Klima- und Naturschutz gewinnen sogar an Bedeutung, ebenso wohnungsnahe Freiräume zur Erholung der Bevölkerung. Gesunde Lebens- und Umweltbedingungen tragen zur öffentlichen Gesundheit bei und sind deshalb gerade auch in Zeiten der Pandemie von gesellschaftlicher Relevanz. Die Pandemie stellt alle Menschen vor große Herausforderungen. Wichtig ist es aber auch, aus den gewonnenen Erfahrungen zu lernen und Chancen zu erkennen.

Der FRU-Förderpreis für Raum- und Umweltforschung 2021 ruft dazu auf, sich mit dem Thema „Raumentwicklung zwischen Unsicherheit und Resilienz“ im Zeichen der Pandemie auseinanderzusetzen. Auf folgende Fragen könnten Antworten gefunden werden:

  • Umgang mit Unsicherheiten: Wie gehen die Akteure der Raumentwicklung auf den unterschiedlichen Handlungsebenen (Kommunen, Regionen, Länder, Bund) mit Unsicherheiten um? Wie können wirksame, aber auch verhältnis-mäßige raumbezogene Handlungsstrategien für den Umgang mit einer Pandemie entwickelt werden, wenn die Parameter und Wirkungszusammenhänge unklar bzw. umstritten sind?
  • Resilienz und Vulnerabilität: Wie resilient oder vulnerabel sind gesellschaftliche und wirtschaftliche Systeme sowie soziale Infrastrukturen, insbesondere die Gesundheitsversorgung? Welche räumlichen Unterschiede können beobachtet und wie können diese erklärt und abgebaut werden?
  • Räumliche Gerechtigkeit: Wie kann eine sozial gerechte Verteilung räumlicher Funktionen und Chancen umgesetzt werden? Wie sind Belastungen räumlich verteilt? Welche Bedeutung hat dies für die unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen? Inwieweit trägt die räumliche Planung mit ihren Instrumenten zum Ausgleich und zu sozialräumlicher Gerechtigkeit bei?
  • Akteure: Vor welchen Herausforderungen stehen Gesellschaft, Politik, Verwaltung und Wissenschaft? Wie werden Entscheidungen über räumliche Maßnahmen getroffen? Inwieweit verändern sich raumbezogene Politik und Governance vor dem Hintergrund der Pandemie? Wie verändern sich Diskurse und wer prägt diese?
  • Transformationsprozesse: Inwieweit sind die beobachteten Phänomene kurz-, mittel- und langfristig von Bedeutung für die nachhaltige räumliche Planung und Entwicklung? Inwieweit wirkt die Pandemie als Katalysator für Prozesse? Welche Chancen ergeben sich aus der Pandemie hinsichtlich der Gestaltung eines transformativen Umdenkens und Umsteuerns, auch für die räumliche Planung?

Die hier aufgeworfenen Fragen sollen als Anregung und Inspiration dienen. Themen der Wettbewerbsbeiträge können einzelne Fragestellungen mit Bezug zu diesen inhaltlichen Zusammenhängen sein, ebenso aber auch weitere Aspekte des Themenfelds „Raumentwicklung zwischen Unsicherheit und Resilienz“ im Zeichen der Pandemie.

Erwartungen an die Wettbewerbsbeiträge
Der Wettbewerb richtet sich an Nachwuchswissenschaftler/innen (Master-, Promotions- oder Post Doc-Phase) und ebenso an Personen, die sich in ihrer beruflichen Praxis in Verwaltung, Planungsbüros etc. mit Fragen der Stadt- und Raumentwicklung beschäftigen. Er ist offen für alle raumrelevanten Disziplinen. Wissenschaftlich ausgerichtete Beiträge mit eher theoretischem Ansatz sind ebenso willkommen wie analytische Arbeiten oder reflektierte Erfahrungsberichte aus der Praxis mit wissenschaftlicher Fundierung.

Interessierte können gerne zunächst beim Förderkreis anfragen, ob sich ein vorgesehenes Thema für den Wettbewerb eignet. Neben eigens für den FRU-Förderpreis für Raum- und Umweltforschung 2021 erstellten Beiträgen können auch solche Arbeiten eingereicht werden, die auf umfassenderen, bereits vorliegenden oder in Arbeit befindlichen Studien-, Projekt- oder Abschlussarbeiten sowie Dissertationen beruhen. Ebenso sind auch Berichte und Auseinandersetzungen mit Praxiserfahrungen im genannten Themenfeld willkommen.

Preise und Preisverleihung
Der FRU-Förderpreis für Raum- und Umweltforschung 2021 ist mit insgesamt 6.000 € dotiert. Vorgesehen ist die Vergabe eines ersten Preises (2.500 €), eines zweiten Preises (2.000 €) und eines dritten Preises (1.500 €). Auf Vorschlag der Jury können eine Reduzierung der Zahl der Preise und eine andere Aufteilung der Preissumme erfolgen. Sonderpreise sind möglich, um außergewöhnliche Beiträge anzuerkennen.
Die Preise werden im Rahmen einer ARL-Veranstaltung überreicht. Die Verfasser/innen der jeweils mit dem ersten Preis ausgezeichneten Wettbewerbsbeiträge erhalten Gelegenheit, ihre Arbeiten vorzustellen.


Teilnahmebedingungen
Teilnehmen können Studierende, Absolvent/innen sowie Mitarbeiter/innen in Lehre, Forschung und Praxis aller relevanten Fachbereiche. Das Höchstalter beträgt 35 Jahre (Stichtag: 15. September 2021). Zugelassen sind auch Arbeiten von Teams aus bis zu drei Autorinnen bzw. Autoren.

Höchstalter: 35 Jahre
Abgabefrist: 30.09.2021


Die eingereichten Arbeiten sind in englischer oder deutscher Sprache abzufassen und dürfen noch nicht an anderer Stelle veröffentlicht oder zur Veröffentlichung an-geboten worden sein. Die Arbeiten müssen bis zum 30. September 2021 (Datum des Poststempels) bei der Geschäftsstelle des Förderkreises per Post oder eMail eingereicht werden. Beizufügen ist der ausgefüllte Bewerbungsbogen (Bei der Geschäftsstelle des FRU erhältlich, herunterzuladen unten).
Bei größeren Dateien ist es ausreichend, sofern Sie über einen Speicher in einer Cloud verfügen, uns einen Download-Link zu senden. Die Arbeiten dürfen keinen Hinweis auf die Verfasser enthalten. Pro Bewerber/in kann nur eine Arbeit eingereicht werden. Über die Preisvergabe entscheidet eine unabhängige Jury, deren Mitglieder vom FRU bestimmt werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Der FRU lädt die Preisträger/innen zur Teilnahme an einer ARL-Veranstaltung ein. Er erstattet die Reisekosten nach dem Bundesreisekostengesetz.
Die Preisträger/innen stimmen mit der Annahme des Preises der Veröffentlichung ihrer eingereichten Arbeiten oder von Teilen daraus durch den FRU bzw. die ARL zu, sofern in deren Publikationen eine Veröffentlichung erfolgt.

Die Arbeiten sind einzureichen an folgende Adresse:
Förderkreis für Raum- und Umweltforschung e. V.
Geschäftsstelle
Förderpreis für Raum- und Umweltforschung 2021 ARL
Vahrenwalder Str. 247
30179 Hannover
E-Mail: fru@arl-net.de

Auskünfte erteilen:
Prof. Dr. Susan Grotefels, Vorstand des FRU Zentralinstitut für Raumplanung an der Universität Münster E-Mail: grotefe@uni-muenster.de
Prof. Dr. Jörg Knieling, Vorstand des FRU HafenCity Universität Hamburg E-Mail: joerg.knieling@hcu-hamburg.de
Mit Unterstützung der Christel & Klaus Wolf-Stiftung

Downloads
Ausschreibungstext (pdf)
Bewerbungsbogen (pdf)

Mentoring-Programme von ARL und FRU

Mentoring-Jahrgang 2019

Bericht Halbzeittreffen April 2021

Stadt- und Regionalentwicklung in wissenschaftlichen und praktischen Perspektiven

Mentoring-Programm von ARL und FRU

Das Halbzeittreffen des laufenden Mentoring-Jahrgangs 2019 fand im April 2021 als virtuelle Veranstaltung statt. Sehr erfreulich war, dass alle Mentees Fortschritte vorweisen und zum Teil auch über in Planung befindliche Veröffentlichungen berichten konnten.

Lisa Bartels betrachtet in ihrem Projekt das Thema „Funktionsmischung statt Monofunktionalität – Transformationsansätze für Innenstädte von Kleinstädten“ und nimmt dabei Kleinstädte mit 5.000 bis 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern in den Blick. Rund ein Viertel der Bevölkerung Deutschlands lebt in Kleinstädten dieser Größenordnung. Im Mittelpunkt der praxisbezogenen Arbeit stehen Transformationsansätze für identitätsstiftende Gebäude in „mixed-used Immobilien“. Als Hintergrund dienen verschiedene laufende sowie abgeschlossene Forschungsvorhaben aus dem Bereich der Kleinstadtforschung, z. B. von BBSR, ARL und Thünen-Institut. Aufgrund der Aktualität und der zu erwartenden Langzeitfolgen der Corona-Pandemie für die Innenstädte werden ihre Auswirkungen mitbetrachtet. Die Herausforderung liegt vor allem in der Systematisierung der untersuchten Erfolgsfaktoren. Das wurde in der anschließenden Diskussion deutlich, in der auch verschiedene theoretische Zugänge abgewogen wurden. Das Projektziel im Rahmen des Mentorings umfasst die Erarbeitung eines Zeitschriftenartikels.

Nadine Kießling berichtete zum Stand ihrer Dissertation, die sich dem Thema „Steuerungsfähigkeit und -wirkungen der Raumplanung in Deutschland und in der Schweiz“ widmet und die sie an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) begonnen hat. Jetzt arbeitet sie zusätzlichbeim Regionalverband Bodensee-Oberschwaben in Ravensburg, wo die Widerstände gegen den Regionalplanentwurf Oberschwaben, deren Gründe und wie damit umzugehen ist, einen sehr guten Praxis-Check für ihre theoretische Arbeit bildet. Nadine Kießling beleuchtet in ihrer Arbeit die verschiedenen politischen Einflüsse auf die Planung und spiegelt Instrumente und Planungsprozesse mit auftretenden Hürden in der Praxis. Als zentrales Problem hat sie Probleme bei der Kommunikation nicht nur spezifischer Planinhalte, sondern vor allem auch der Aufgabe und Reichweite von Regionalplanung insgesamt identifiziert, zu der es in der Öffentlichkeit teilweise völlig unrealistische Erwartungen gibt, weshalb sie eine Verbesserung der Kommunikation regionaler Planungsprozesse in der Siedlungsentwicklung befürwortet. Projektziel im Rahmen des Mentorings ist ein Buchbeitrag in einem Sammelband zum Thema „Stadtregionales Flächenmanagement“.

Nina Wahrhusen wollte das Mentoring vor allem als Vorbereitung für den Einstieg in die Praxis nutzen. Sie arbeitet seit kurzem bei der Bezirksregierung Köln und ihr Thema sind die Möglichkeiten der Regionalplanung zur Flächensteuerung in Stadtregionen. Dieses Thema untersuchte sie zuvor im Rahmen ihrer Dissertation anhand von Fallstudien der Regionen Köln, Rostock und Stuttgart, die sie zwischenzeitlich abgeschlossen hat. Ihre theoretische Analysebasis stellt das Konzept der Social-political Governance dar, mit dem sie ihre Fallbeispiele in den Dimensionen Zielsetzung, Instrumente und Umsetzung untersucht und mit den unterschiedlichen Planungsebenen unterschiedliche Governance-Formen (hierarchische Governance, Co-Governance und Self-Governance) korreliert hat. Nina Wahrhusen plant ebenfalls einen Beitrag im Handbuch „Stadtregionales Flächenmanagement“.

Erik Wilde leitet die Abteilung Stadtentwicklung/Untere Denkmalschutzbehörde in Greifswald und wünscht sich durch das Mentoring ein persönliches Coaching und praktische Beratung für eine partizipative Stadtteilentwicklung der Steinbeckervorstadt in Greifswald. Die Entwicklung des Stadtteils wird durch zwei seit Jahren nicht mehr verfolgte B-Plan-Verfahren gehemmt. Die daraus resultierenden fehlenden Steuerungsmöglichkeiten bewirkten, dass ein anstehendes Investorenvorhaben nur nach § 34 BauGB beurteilt werden konnte, was erwartungsgemäß zu sehr unterschiedlichen fachlichen Einschätzungen führte. Im Rahmen der Erstellung eines Masterplans (2020) und der weiteren Konkretisierung wird nun ein Bindeglied zwischen den alten Planentwürfen und aktuellen Entwicklungen sowie Anforderungen gesucht. Seine Idee ist die Initiierung eines prozessbegleitenden Forums außerhalb der Verwaltung zur besseren Erreichbarkeit der Akteure und Erhöhung der Transparenz, Legitimation und Akzeptanz des Planungsprozesses.

Vera Buttmann arbeitet seit kurzem in der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zum Thema „Wohnungsneubau“. Sie möchte aber nach wie vor promovieren und hat anlässlich ihrer Bewerbung auf ein Stipendium ihr Thema mit dem Arbeitstitel „Verantwortungskrise in der Klimakrise, Potenziale einer Zuordnung von Treibhausgas-Reduktionszielen auf subnationaler Ebene“ konkretisiert. Kann eine räumlich differenzierte Zuordnung von Treibhausgas-Reduktionszielen zur Bewältigung der Verantwortungs- und Klimakrise beitragen? In der Diskussion ging es einerseits um Definitionen und Ziele der Klimapolitik und andererseits um die mögliche disziplinäre Verortung der Arbeit. Institutionell könnte das Geographische Institut der Humboldt-Universität Berlin sowohl für die räumlich-geographische als auch die soziologisch-politologische Perspektive ihrer geplanten Dissertation interessant sein.

Jessica Baier ist Soziologin und war Doktorandin im TRUST-/ARL-Promotionskolleg. Ihre Dissertation zur Raumbedeutung von privaten Hochschulen aus Sicht von Studierenden unterscheidet vier Typen: Infrastruktur- bzw. Bildungszertifikat-Interessierte, Life-Balance-Orientierte, Peer-Orientierte und Kolleg-Studierende mit voller Integration in das Hochschulleben und den Hochschulstandort. Die intensive Begleitung durch ihre Mentorin hat zu einer Schärfung der raumwissenschaftlichen Perspektive ihrer Dissertation beigetragen. Im November 2020 hat Jessica Baier die Dissertation eingereicht und bereitet nun die Disputation zusammen mit ihrer Mentorin vor. Aus den Ergebnissen ihrer Studie würde sie gern eine kleine Tagung und einen Zeitschriftenbeitrag entwickeln.

Henning Boeth hat seine Promotion vor einigen Wochen abgegeben und arbeitet nun im Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) in Erkner. Das zwischenzeitlich schon erreichte Ziel des Mentorings war der Berufseinstieg nach der Promotion mit einer Arbeit an der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis. Henning Boeth möchte nun Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung wachsender Städte erarbeiten, wobei er sich in seiner Dissertation mit der Steuerung der Reurbanisierung in Mittelstädten befasst hat. In der Diskussion wurde ihm empfohlen, aufgrund seiner empirischen Grundlagen zu Mittelstädten in seiner Dissertation auch Empfehlungen für diese abzuleiten, sowie seine Zielgruppe(n) vorab zu definieren.

Im Anschluss an die Präsentationen der Mentees gab es einen Erfahrungsaustausch und eine Aussprache über das Mentoring und die Fortbildungsveranstaltungen. Die gemeinsame Fortbildungsveranstaltung zu Kommunikation und Konfliktmanagement konnte nur virtuell stattfinden. Bei den von den Mentees frei zu wählenden Fortbildungen gab es eine große Vielfalt an Themen, was im Sinne des Programms ist, um individuell passgenaue Unterstützung zu bieten. Die Zweiteilung der Fortbildungsveranstaltungen in eine gemeinsame und eine individuelle empfanden die Mentees als sinnvoll.

Zum Verhältnis von Mentorinnen/Mentoren und Mentees gab es die Frage, von wem die Initiative für Kontakte ausgehen sollte. Trotz der in der Regel beruflich sehr eingespannten Mentorinnen und Mentoren wurden die Mentees ermuntert, bei Bedarf immer initiativ zu werden und die gewünschte Unterstützung einzufordern.

Aus den vom FRU in Auftrag gegebenen Evaluierungsstudien wurden zudem einige Empfehlungen für das weitere Mentoring ausgesprochen. Dazu zählen bspw. die Initiierung eines Online-Jour-fixe für eine bessere Kommunikation der Mentees untereinander, persönliche Treffen undniedrigschwellige Zugänge zum ARL-Netzwerk. Die ARL-Geschäftsstelle bot hier an, Kontakte zu den Landesarbeitsgemeinschaften herzustellen, um dezentral den Zugang zum Netzwerk sowie für Aktivitäten und Einblicke zu erleichtern.

Dr. Martha Pohl, Dipl.-Ing. Raumplanung

Ausschreibung von 2018

Das Programm beginnt 2019 und steht jungen Frauen und Männern gleichermaßen offen. Es hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Mit Das Mentoring-Programm für junge Planer*innen und Wissenschaftler*innen der Raum- und Umweltplanung ging im April 2019 in die vierzehnte Ausschreibungsrunde. Aufgrund der positiven Resonanz in den vergangenen Jahren hatte der FRU-Vorstand beschlossen, das Programm, das von ARL und FRU in Zusammenarbeit mit der HafenCity Hamburg entwickelt wurde, weiter fortzuführen und in diesem Jahr erneut für junge Frauen und Männer zu öffnen.
Die Laufzeit des Programms beträgt inzwischen zwei Jahre. Damit können sich die Tandems aus Mentee und Mentor*in intensiv zu fachlichen, biographischen und karrierespezifischen Fragen austauschen. Das Auftakttreffen für den vierzehnten Jahrgang fand am 4. November 2019 in der ARL-Geschäftsstelle in Hannover statt. Die Mentees trafen sich dort mit ihren Mentor*innen und stellten ihre Ideen für Projektarbeiten vor, die sie in dem zweijährigen Mentoring-Zeitraum bearbeiten wollen. Diese ergeben sich z.T. aus den Promotionsvorhaben, z.T. aus den praktischen Tätigkeiten der Mentees.
(Text leicht verändert von A. Klee, ARL-Nachrichten 03/2019, S. 69 f.; dort auch weitere Informationen)

Programm

Im Mentoring-Jahrgang 2019 werden vier junge Frauen und vier junge Männer gefördert. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern stehen Mentorinnen und Mentoren aus der Wissenschaft und Planungspraxis zur Seite. Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer zwischen Mentees und erfahrenen Mentorinnen und Mentoren sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer individuell fördern. Das Programm setzt sich aus folgenden Bausteinen zusammen:

  • One-to-one Mentoring einer/eines Mentee mit jeweils einer erfahrenen Planerin oder Wissenschaftlerin / einem erfahrenen Planer oder Wissenschaftler
  • Gemeinsame Veranstaltungen zum Auftakt, zur Halbzeit sowie zum Abschluss des Programms (Diskussion und Förderung der fachlichen und persönlichen Qualifikationen, Analyse und Problematisierung sozialer Kompetenzen, Strategien zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie)
  • Qualifikationskurse für die Mentees
  • Bearbeitung eines Projektes in Absprache mit der jeweiligen Mentorin / dem jeweiligen Mentor Bei erfolgreicher Teilnahme erhält die/der Mentee zum Abschluss ein Zertifikat.

One-to-one Mentoring

Innerhalb des Mentoring-Programms wird von den Mentees erwartet, dass sie an zwei Qualifikationskursen teilnehmen. Vorgesehen ist ein gemeinsames Trainingsprogramm zum Thema „Souveräner Umgang mit Konflikten“. Der zweite Kurs (auf eigene Kosten) kann aus folgenden Inhalten gewählt werden: Projektmanagement, Präsentation, Rhetorik, Selbstmanagement, Zeitmanagement, Vermittlung der „Spielregeln“ im Wissenschaftsbetrieb und Berufsalltag oder Kommunikations- und Bewerbungstraining.

Gemeinsame Veranstaltungen

Auf der Auftaktveranstaltung erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Informationen zum Programm und viel Gelegenheit, sich untereinander kennenzulernen. Halbzeit- und Abschlussveranstaltung dienen der Analyse und Problematisierung karrierefördernder und karrierehemmender Faktoren, des „Lernens“ aus den Biographien der Mentorinnen/Mentoren. Zudem werden die Ergebnisse der Mentee-Projekte präsentiert sowie Erfahrungen mit dem Programm ausgetauscht. Die gemeinsamen Treffen dienen auch dazu, in einem „geschützten Raum“ Eindrücke auszutauschen und gemeinsam Antworten auf die Fragen zu finden, die sich den Mentees im beruflichen Alltag hinsichtlich der Karriereplanung und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie stellen.

Projekte

Die Mentees sollen das Programm auch dazu nutzen, ein gemeinsam mit der jeweiligen Mentorin / dem jeweiligen Mentor zu definierendes Projekt zu bearbeiten. Dies kann beispielsweise ein Fachaufsatz mit dem Ziel einer Veröffentlichung in einer referierten Fachzeitschrift sein, ein neuer methodischer Ansatz bei der Bewältigung fachlicher Aufgaben oder die Vorbereitung eines konkreten Karriereschrittes. Die Mentees und Mentorinnen/Mentoren halten Ziele und Schritte ihres jeweiligen Projektes in einer Zielvereinbarung fest.

Vorteile für Mentees

  • Vertiefte Kenntnisse über Strukturen, „Spielregeln“ und Verfahrensweisen in Planungspraxis oder Wissenschaft
  • Hinweise zum Aufbau von Netzwerken sowie Integration in wissenschaftliche und praxisorientierte Netzwerke der Raum- und Umweltplanung sowie der Raumwissenschaften
  • Förderung strategischer Kompetenzen und des „Selfmarketings“
  • Erweiterte oder konkrete Vorstellungen zur Karriereplanung und höhere Motivation

Vorteile für Mentorinnen/Mentoren

  • Erweiterung der Beratungsmöglichkeiten und Erfahrungen im Wissenstransfer
    Anregungen und Motivation sowie erweiterte Kontakte
    Reflexion des eigenen Berufswegs sowie von Zielen und Erwartungen

Ziele aus Sicht von ARL und FRU

  • Qualitätssteigerung in der Nachwuchsförderung
  • Sicherung der Leistungsfähigkeit der ARL durch frühzeitige Einbindung von besonders qualifizierten Nachwuchskräften
  • Förderung der Gleichstellung in den Raum- und Umweltwissenschaften
  • Förderung des Images der Raum- und Umweltwissenschaften im Wettbewerb umTalente
  • Förderung der Qualifikationen von Frauen und Männern für Führungspositionen in Wissenschaft und Praxis

Erwartungen an die Teilnehmerinnen / Teilnehmer

Das Mentoring-Programm von ARL und FRU richtet sich an Absolventinnen und Absolventen der Raumplanung, Landschafts- und Umweltplanung, Geographie und verwandter Studienrichtungen mit Bezug zur Raum- und Umweltplanung bzw. -forschung. Bei Interesse an einer Teilnahme sollten Sie bereit sein:

  • sich aktiv in die Mentoring-Partnerschaft über den Zeitraum von zwei Jahren einzubringen und regelmäßige Treffen wahrzunehmen,
  • ein mit der jeweiligen Mentorin / dem jeweiligen Mentor zu definierendes Projekt im Zeitraum des Programms zu bearbeiten,
  • zwei Qualifikationskurse zu besuchen,
  • über das Projekt auf der Abschlussveranstaltung zu berichten.

Die Aufnahme in das Mentoring-Programm erfolgt über eine Auswahl schriftlicher Bewerbungen. Ihre Bewerbung sollte ein Motivationsschreiben, ihren Lebenslauf sowie gegebenenfalls eine Kurzdarstellung ihrer aktuellen beruflichen Situation umfassen.
Das Höchstalter der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist 35 Jahre (Stichtag: 1. Januar 2019).